Über mich

Ich bin in der glücklichen Lage, dass mir mein Beruf Spaß macht. Dieses Privileg ist mir sehr viel wert, und ich möchte es um jeden Preis erhalten. Auf dieser Seite möchte ich Ihnen meinen Werdegang unter diesem speziellen Gesichtspunkt schildern.

Falls Sie an einem schnelleren Überblick interessiert sind, folgen Sie bitte folgenden Links:

Englische Übersetzungen:

Programmieren, Linux, und ich

Mit dem Programmieren bin ich für heutige Begriffe recht spät in Kontakt gekommen, nämlich zu Beginn meines Studiums. Unix begann damals im universitären Bereich erst Fuß zu fassen und verdrängte langsam VAX/VMS als ernsthaft einzusetzendes Betriebssystem. Als Übungsmittel wurde vornehmlich Windows in seiner damaligen Variante 3.11 eingesetzt. Beides — Unix und Windows — hatte sehr wenig mit Spaß zu tun. Windows hatte man zuhause, man konnte es aber so gut wie nicht programmieren (ich habe Einschränkungen noch nie verstanden, die daher kommen, dass man ein Pflaster über das andere klebt). Unix hatte man auf der Universität, aber Programmieren war dort ein Genuss. Ich war zwar erst am Beginn meiner Programmierlaufbahn, aber diese Einschätzung traute ich mir damals schon zu. Beides zusammen — zuhause mit Genuss programmieren — war damals unmöglich.

Kurz und gut: Unix hatte mich, und ich verbrachte recht viel Zeit außer Haus. Es verging nicht viel Zeit, und ein Unix-Clone namens Linux begann sich unter dem Namen “Slackware” zu verbreiten. Meine Leidensgefährten und ich sprangen auf den Zug auf. Der Rest ist Geschichte — und unendlich viel Spaß für beinahe unendlich viele Gleichgesinnte.

Dienstverhältnisse

Irgendwann hat jeder Spaß ein Ende, und so ging auch meine Studentenzeit dem Ende zu. Dank der Ermutigungen meiner jetzigen Frau hatte ich meine Diplomarbeit unter Dach und Fach (vor allem die Einleitung und den Schluss). Ich war zu der Zeit als Studienassistent an der TU Graz tätig, und verblieb dort auch nach meiner Diplomierung als Universitätsassistent. Ziel war, einerseits an der dortigen Entwicklung des Informationssystems Hyper-G mitzuarbeiten, und andererseits meine Dissertation voranzutreiben.

Während zweiteres gründlich schief ging, war bei ersterem deutlich mehr Spaß zu haben. So verließ ich mit der Gründung der Firma Hyperwave, eines kommerziellen Spin-Offs des Institutes, auch die Universität, um weiter an der Entwicklung des Produktes mitzuarbeiten.

Wechseln

Die Dinge liefen gut, die Firma entwickelte sich und wuchs. Ich hatte mich zu einer Art Leitentwickler entwickelt (wir waren mehrere davon). Die Firma hatte eine gute Unternehmenskultur, und es war wenig Notwendigkeit, sich zu verändern. Ich war zu der Zeit bereits dreifacher Vater — eine Situation, die vordergründig betrachtet eher nach dem Gegenteil von beruflicher Veränderung verlangt.

Es hatte sich aber schon längere Zeit eine gewisse inhaltliche (technologische) Leere eingestellt, bedingt durch den erhöhten Aufwand, den ich an nicht-technologischen Leistungen zu erbringen hatte. Der Spaß war abhanden gekommen. Ein Wechsel musste her, trotz, oder wie ich überzeugt bin, gerade wegen meiner Verantwortung als Familienvater.

So wechselte ich in eine andere Branche, Logistik, und heuerte bei der Firma Salomon (jetzt SSI Schäfer) als Mitarbeiter der Abteilung “Forschung und Entwicklung” an. Es vergingen fünf ereignisreiche und erfüllende Jahre, in denen die Firma und ich einander viel abverlangten. Ich war Softwarearchitekt und Leiter meiner Abteilung geworden und ging eine Zeit lang in der Herausforderung auf — bis wieder das Gefühl in mir aufstieg, einen Tapetenwechsel zu brauchen.

Ich wechselte zur Firma Atronic in die Casino-Automaten-Branche, um mich dort als Softwarearchitekt zu betätigen. Programmieren, und Linux im Speziellen, war in den letzten zwei Jahren zu einem Nebenschauplatz verkommen (ich habe meinen Arbeitsplatzrechner dennoch immer gegen Windows verteidigt), und die dortige Microsoft-zentrische IT war mir zu meiner eigenen Schande kein solcher Dorn im Auge.

Zurück zu Linux

Durch eine Fügung des Schicksals wurde bei Atronic just an dem Tag, als ich meinen Dienst dort begann, die Entscheidung getroffen, die Automatensoftware von einem proprietären und nicht mehr zeitgemässen Embedded Realtime Betriebssystem nach Linux zu portieren.

Man kann sich den Spaß vorstellen, den ich ab da hatte. Als Softwarearchitekt war ich für das Portierungsprojekt zuständig, und das Programmieren kam auch nicht zu kurz. Alle Betriebssystemschnittstellen mussten abgelöst und/oder emuliert werden, das Betriebssystem musste zusammengestellt werden, und und und …

Selbstständigkeit

Schlussendlich war mir einiges klar:

  • Ich kann gut mit Leuten zusammenarbeiten.
  • Führung von Mitarbeitern schlägt bei mir leicht in Richtung Technologie aus, weg vom Organisatorischen.
  • Programmieren macht Spaß.
  • Ich brauche Abwechslung und muss von Zeit zu Zeit Neues lernen.

Mit einem Wort: ich muss mich selbstständig machen und selbst auf mich achten. Das war ungefähr Ende 2009, Anfang 2010. Ich bin seit April 2010 als Einzelunternehmer tätig, und bereue es in keiner Sekunde.

Über die Jahre habe ich genug an Know-How gesammelt, um ein genügend grosses Repertoire anbieten zu können. Das schöne daran ist, dass das Repertoire mit Spaß gewachsen ist, und dass seine Erweiterung auch noch Spaß macht. Beispielsweise habe ich einen Teil von dem, was ich am besten kann, zu Schulungen verarbeitet, die ich zusätzlich zur Softwareentwicklung anbiete.

Und das ist nicht das Ende. Der Softwaremarkt ändert sich rasant, und wenn ich beobachte, welche Rolle Linux dabei spielt, dann kann ich mir ausrechnen, dass es mit dem Lernen noch lange nicht vorbei ist.